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'zeichnen als grundlage künstlerischer arbeit'
(...) traditionell gilt das zeichnen als eine grundlage für bildnerische arbeit. erst wer zeichnen kann, so ist auch heute noch häufig zu hören, kann sich auf andere schwierigere künstlerische medien einlassen. in der zeitgenössischen kunst selbst dagegen spielt die zeichnung - oberflächlich gesehen zumindest - eine untergeordnete rolle. sie scheint, nicht zuletzt durch das aufkommen der neuen medien, an den rand gedrängt zu sein. wie soll man diesen widerspruch einschätzen?
welche funktion hat das zeichnen für die gegenwärtige künstlerische praxis? welche funktion könnte und welche sollte es haben? (...)
(...) unter zeichnen soll dabei ganz im sinne der alltagssprache zunächst einfach das gestalten auf der fläche verstanden werden, oder wie walter koschatzky definiert: 'zeichnen heisst, striche auf einer fläche anbringen': dieser alltagssprachliche handwerkliche begriff des zeichnens wird im folgenden ausgangs- und bezugspunkt sein. man wird jedoch sehen, wie er in den verschiedenen theoriekontexten jeweils erweitert, überhöht und schliesslich auch transformiert werden kann. die semiotik, die sich mit dem allgemeinen begriff des zeichens beschäftigt, hat in diesem jahrhundert wichtige beiträge zur ästhetischen theorie geliefert. aber der begriff der zeichens ist im rahmen dieser auslegung - aus gutem grund - so allgemein angelegt und begründet, dass er nicht aus dem konkreten handwerk des zeichnens abgeleitet werden kann und muss. genau darauf aber, auf das handwerk des zeichnens und dessen verhältnis zur ästhetik und kunsttheorie kommt es im folgenden an (...)
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